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    ATEM IST LEBEN -
    GEIST ZEIGT SICH IM LEBENDIGEN ATEM.

    Atemarbeit und Meditation als moderne, spirituelle
    Wege zu einem ausgeglichenen Leben.

    Atem und Geist bilden engen inneren Zusammenhang.

    In vielen Kulturen dieser Erde besteht ein Wissen um den engen Zusammenhang zwischen Atem und Geist. Viele Sprachen zeugen davon. So bedeutet das lateinische Wort "inspirare" auf deutsch einatmen und "spiritus" meint auf einer konkreten Ebene den Atem und in abstrakter Weise bezieht es sich auf Geist oder Seele. In "Inspiration" verbirgt sich das Verb einatmen und es besagt auch eine plötzlich einfallende Idee. In der  hebräischen Sprache deutet "ruach" sowohl auf Geist hin als auch auf Atem. Sowohl "Prana" im Sanskrit als auch "Ch’i" im Chinesischen wie "K"i im Japanischen beziehen sich auf Energie und die geistige Lebenskraft wie auch auf den Lebensatem.

    Atem versus Odem.

    Die Beispiele zeigen, dass all diese Kulturen die enge Beziehung von Atem und Geist erkennen. Selbst die deutsche Sprache weist auf diese Verbindung hin, allerdings durch zwei verschiedene Worte. Einmal gibt es Atem  als auch das Substantiv Odem. Während Atem eher den körperlichen Atem, den Gasaustausch im Körper meint, bezieht sich Odem auf etwas Geistiges und berührt eher ein mystisches Verständnis von Atem.

    Vertieftes Verständnis von Atem in asiatischen Kulturen.

    Leider haben wir in unserer modernen Zeit in den westlich und industriell geprägten Ländern das Bewusstsein für die Wechselbeziehungen von individuellem, körperlichem Atmen einerseits und einem universellen, geistig--seelischen Prinzip andererseits, das sich im Atem verbirgt, mehr und mehr verloren. Je weiter wir uns allerdings in Richtung Asien wenden, um so mehr sehen wir dort, dass diese Völker sich der geistigen Bedeutung des Atems bewusst waren und sind. In den verschiedenen Religionen des Ostens wird der Atem als ein Weg zur geistigen Befreiung von Leid verwendet. So spielt der Atem im Herzensgebet des griechischen, des byzantinischen und des russischen Christentums eine wichtige Rolle als Meditationsobjekt. Im Yoga Indiens und den unterschiedlichen Wegen des Qi-Gong und den Methoden des Tai-Chi Chinas werden durchdachte, ausgefeilte Übungen mit dem Atem angewendet, um den Menschen in seelisch-geistiger Weise spirituell zur Reife zu bringen. Hinduismus und Buddhismus nutzen den Atem in mannigfacher Weise als Sammlungsmittel für Meditation und Kontemplation. So wird in den verschiedenen Fahrzeugen des Buddhismus die geistige Ausrichtung auf den Atem zentral als Mittel benutzt, um Menschen einen Ausweg aus dem Leid aufzuzeigen. Im tibetischen Buddhismus z.B. gibt es eine Praxis, durch die mittels einer inneren Sammlung auf das Atmen bei gleichzeitiger Visualisation eines Gedankens ein tiefes Mitgefühl für sich und die eigene Umwelt erzeugt wird.

    Das Verständnis von achtsamen und bewussten Atmen als Mittelpunkt buddhistischer Meditation. 

    Der historische Buddha gab in seinen Lehrreden (Sutras) Erläuterungen und Erklärungen über Wege zu einem guten Leben. Diese sollen dem spirituell suchenden Menschen helfen, sein Leben in heilsamer und friedfertiger Weise zu bestehen. Unter den vielen Sutras, die dem Menschen Auswege aus Verwirrung und Leid aufzeigen, sind besonders das Anapanasati-Sutra und das Satipatthana-Sutra zu nennen. Bei beiden steht der Atem als Sammlungsobjekt im Mittelpunkt. Sie sind diejenigen Sutras, in denen die Grundlagen der Meditation erklärt werden. Sie leiten Meditierende an, sich mit Achtsamkeit und Empfindsamkeit dem Atem und seinem Geschehen zu zuwenden, um immer tiefer sich des eigenen Körpers und der - oft verborgenen - Gefühle bewusst zu werden. Vor allem geht es darum, sich mit  den innewohnenden Gedanken und inneren Bildern sowie dem inneren Bewusstseinzustand zunehmend vertraut zu machen als auch die Wirklichkeit und Aufgabe des Menschen in dieser Welt zunehmend mit Weisheit zu verstehen.

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    Der Atem als Anker auf dem Weg zu innerer Geistesruhe.

    Durch Meditation und Kontemplation werden innere Wege aufgezeigt, die über die Achtsamkeit und geistige Wachheit aus dem Leiden zur Freiheit führen. Grundlage von all diesen Betrachtungen ist der Atem, der als innerlicher Anker gebraucht wird, um die praktizierende Person daran zu erinnern, im Augenblick zu bleiben. Diese Atempraxis ist ein Mittel, um inmitten all der Aktivitäten des Alltages wach zu bleiben. Es geht um Achtsamkeit in jedem Moment. Wir bringen unsere Konzentration auf den Atem, sammeln dadurch den Geist, um ihn auf diesem Wege zur Ruhe zu bringen. Im weiteren Verlauf dieser Praxis entsteht klare Erkenntnis und Einsicht über die Zusammenhänge des Lebens. Geistesruhe ist die unbedingte Voraussetzung, dass vertiefte Einsicht und Erkenntnis über die Wirklichkeit entstehen kann, so dass wir weise in dieser Wirklichkeit leben und mit ihr umgehen können. All diese Methoden können von jedem interessierten Menschen genutzt werden, ganz unabhängig von kulturellem Hintergrund und seiner oder ihrer Religionszugehörigkeit oder Gebetspraxis.

    Atem- und Körperübungen zur Vorbereitung intensiver Meditationpraxis.

    Für eine dem Menschen förderliche Lebens- und Meditationspraxis erweist es sich als äußerst günstig, wenn nicht sogar dringend nötig, dass die eigene Atemweise so wenig wie möglich eingeschränkt und behindert ist. Daher wird im indischen Yogasystem der Schüler, bevor er an die Meditation herangeführt wird, intensiv mit Leib- und Atemübungen angeleitet, um eine innerliche Durchlässigkeit, Entspanntheit und Gelassenheit zu gewährleisten.

    Bewusstsein vom Atem erweist sich als hilfreich für unser modernes Leben.

    Aus der Betrachtungsweise eines Atemlehrers ist es grundlegend wichtig, dass Menschen, die sich für Meditation öffnen, sich eventueller Störungen im eigenen Atemgeschehen bewusst werden. Gerade die westliche Lebensweise mit all ihrer Hektik und Anspannung bringt es mit sich, dass bei vielen Menschen der Atem verstört und aus seinem inneren Rhythmus gebracht wird. Hier hinzuschauen und sich dieser inneren Dynamik bewusst zu werden, um sie eventuell bei Bedarf wieder zu heilen, erweist sich für eine Praxis der Meditation als auch für eine bewusste Lebensweise als äußerst nützlich, heilsam und wertvoll.

    © 2010
 
 
Klaus Eitel
 
 

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